DER PREIS DER UNSTERBLICHKEIT

Warhammer 40.000 · Monat 10 · Spooky October
Woche III — Der dunkle Weg · Stacy & Caelwyn

Stacy und Caelwyn beobachten in einem uralten außerirdischen Archiv, wie ihr mechanischer Gastgeber eine unscheinbare Schale behutsam ausrichtet.

Wenn Rettung auch bedeutet, darüber zu entscheiden, was aus einem anderen werden darf, ist Schutz kein einfaches Versprechen mehr. Entdecke die menschliche Seite dieser Frage in NO APPEAL: Adeptus Arbites in einer lebenden Hive-Stadt — unserer Wrath-&-Glory-Kampagne über Ermittlungen, Autorität und bleibende Konsequenzen.

Stacy sucht noch nach Lebenszeichen, als der Patient ihnen die Tür öffnet.

Ihr Instrument hat weder einen Puls noch Atmung festgestellt.

Die hochgewachsene Metallgestalt wartet unter einem Bogen aus fugenlosem dunklem Stein. Dahinter durchzieht grünes Licht eine Kammer, die länger wartet, als es die Menschheit gibt.

CAELWYN:
„Ein Grab mit einem aufmerksamen Verwalter.“

STACY:
„Oder ein Krankenhaus, dessen Behandlung erfolgreich war.“

Sie senkt das Instrument.

„Es sucht immer noch nach Organen. Das ist nicht sein Fehler.“

Der Necron wendet sich um und führt sie hinein.

Auf einem niedrigen Sockel steht eine flache Schale.

Sie leuchtet nicht. Nichts bewegt sich darin. Zwischen all den unmöglichen Maschinen wirkt sie beinahe unverschämt gewöhnlich.

Ihr Gastgeber bleibt neben ihr stehen.

Eine metallene Fingerspitze dreht die Schale, bis ihr abgenutztes Muster zum Eingang zeigt.

Stacy beobachtet die kleine Korrektur.

Dann steckt sie ihren Scanner weg.


Das Archiv zeigt ihnen Körper.

Nicht die, die in den Korridoren warten.

Sondern die, die es davor gab.

Organisch. Verletzlich. Gezeichnet von den Krankheiten, die die Necrontyr durch ihr kurzes Leben begleiteten.

STACY:
„Stell dir vor, jemand bietet dir ein Ende davon an.“

CAELWYN:
„Die C’tan.“

„Wir wissen, was aus ihrem Angebot wurde. Wer es zum ersten Mal hörte, wusste nicht unbedingt alles, was wir wissen.“

Sie betrachtet die Darstellung.

„Ein Körper, der nicht auf dieselbe Weise versagt. Zeit, deine Arbeit zu Ende zu bringen. Zeit mit den Menschen, die du liebst.“

CAELWYN:
„Ein verständlicher Wunsch.“

„Mehr als verständlich. Ein Ziel, für das es sich zu arbeiten lohnt.“

Die Darstellung verändert sich.

Lebendes Metall ersetzt das Fleisch.

Die Necrons überdauern.

Die Folgen ebenfalls.

Ihre Seelen werden verzehrt. Von den Persönlichkeiten der Herrschenden bleibt weit mehr erhalten als von denen der gewöhnlichen Bevölkerung. Wie das Überleben aussieht, hängt davon ab, wo jemand in der Hierarchie stand.

Caelwyn blickt zu ihrem Gastgeber.

CAELWYN:
„Die Behandlung war erfolgreich?“

STACY:
„In mancher Hinsicht.“

„Das ist eine erhebliche Einschränkung.“

„Ja. Aber sie gilt in beide Richtungen. Ein furchtbarer Preis macht den Gewinn nicht unwirklich.“

Sie sieht zu der organischen Gestalt, die noch immer im Archiv zu erkennen ist.

„Und ich werde einem Sterbenden nicht sagen, dass der Wunsch nach einem weiteren Tag moralisches Versagen ist.“


Ihr Gastgeber kehrt zur Schale zurück.

Vielleicht gefällt ihm der Lichteinfall nicht.

Vielleicht bedeutet ihm der Gegenstand etwas.

Keiner der beiden Besucher weiß es.

CAELWYN:
„Wir sagen, sie haben ihre Seelen verloren.“

STACY:
„Das haben sie.“

„Und manchmal sprechen wir anschließend so, als wäre niemand mehr übrig.“

Stacy beobachtet, wie sich die Metallhand zurückzieht.

STACY:
„Das folgt nicht automatisch daraus.“

„Erinnert er sich daran, daraus getrunken zu haben?“

„Ich weiß es nicht.“

„Erinnert er sich an jemanden, der daraus getrunken hat?“

„Das weiß ich auch nicht.“

Ihr Gastgeber wendet sich zu ihnen.

Einen Moment lang ist Stacy versucht zu fragen.

Stattdessen überlegt sie, was die Antwort überhaupt belegen könnte.

STACY:
„Wenn er sich an ein ganzes Leben erinnert, wäre damit bewiesen, dass er derjenige ist, der es gelebt hat?“

CAELWYN:
„Wäre das Gegenteil bewiesen, wenn er sich nicht erinnern könnte?“

Sie sieht ihn an.

„Das wäre eine ziemlich schlechte Regel, um zu entscheiden, wessen Leben zählt.“

CAELWYN:
„Dann sollten wir sie vielleicht auch hier nicht anwenden.“

Stacy nickt, ohne ihm ganz zuzustimmen.

STACY:
„Ich möchte trotzdem wissen, was den Übergang überstanden hat.“

„Ich auch.“

„Und ob derjenige, der die Kammer betrat, verstehen konnte, was sie wieder verlassen würde.“

Caelwyn blickt zu ihrem Gastgeber.

CAELWYN:
„Solange wir nicht vergessen, dass derjenige, der sie verlassen hat, jetzt vor uns steht.“


An der nächsten Tür warten mehrere Krieger.

Ihr Gastgeber macht eine kleine Geste.

Sämtliche Köpfe drehen sich gleichzeitig.

Die Bewegung ist so präzise, dass Stacy stehen bleibt.

STACY:
„Das ist eine andere Frage.“

CAELWYN:
„Als die, ob in einem Metallkörper eine Person weiterbestehen kann?“

„Ja. Ein anderer Körper ist das eine. Die Fähigkeit zu verlieren, einen Befehl abzulehnen, etwas anderes.“

CAELWYN:
„Herrscher hatten sie schon vorher.“

„Und der Befehl eines Herrschers ist nicht dasselbe wie ein Mechanismus, der Ungehorsam unmöglich macht.“

Er betrachtet die wartenden Gestalten.

CAELWYN:
„Manche hätten den Handel vielleicht trotzdem angenommen.“

STACY:
„Vielleicht.“

„Trotz der Verluste.“

„Vielleicht. Ich würde es gern von ihnen selbst hören.“

Ihr Gastgeber wartet am anderen Ende des Ganges.

STACY:
„Man hat uns eine Geschichte gezeigt, die jemand Bedeutendes bewahrt hat. Das ist nicht dasselbe, wie allen zuzuhören.“

CAELWYN:
„Und das Schweigen sagt uns auch nicht, dass alle abgelehnt hätten.“

„Nein. Das tut es nicht.“

Ein Krieger sieht zu Stacy.

Sie kann nicht erkennen, was die Bewegung bedeutet.

Diesmal lässt sie die Ungewissheit stehen.


Sie kehren ins Archiv zurück.

Die Darstellung des organischen Körpers ist noch da.

Stacy stellt sich erneut davor.

CAELWYN:
„Hätte es sie gerettet, das Angebot abzulehnen?“

STACY:
„Wir kennen die andere Geschichte nicht.“

„Vielleicht hätten sie einen anderen Weg gefunden.“

„Vielleicht. Aber ein vorstellbarer Ausweg ist noch kein verfügbarer.“

Caelwyn betrachtet die sterbende Gestalt.

CAELWYN:
„Und die Annahme hat ihnen Zeit gegeben. Genug, um sich gegen die C’tan selbst zu wenden.“

STACY:
„Das hat sie.“

„Das zählt.“

„Genauso wie das hier: Kurze individuelle Leben bedeuten nicht automatisch, dass eine ganze Spezies unmittelbar vor dem Verschwinden steht.“

Er wendet sich zu ihr.

STACY:
„Wir sollten nicht stillschweigend aus ‚Damit endete ihre Sterblichkeit‘ machen: ‚Nur so konnte ihr Volk weiterexistieren.‘ Das sind unterschiedliche Aussagen.“

CAELWYN:
„Und wir sollten jemanden, der Schmerzen hat, nicht unbegrenzt auf eine bessere Antwort warten lassen.“

Stacy legt die Hände an den Rand der Darstellung.

STACY:
„Nein. Wir sollten eine Ablehnung nicht so klingen lassen, als wäre sie schmerzlos.“

Sie betrachten dieselbe Gestalt.

Keiner von ihnen kann sie fragen, wie sie sich entschieden hätte.


Ihr Gastgeber kommt zurück, um sie hinauszubegleiten.

Am Sockel bleibt Caelwyn stehen.

CAELWYN:
„Angenommen, jemand böte ihm wieder einen Körper aus Fleisch an.“

Stacy sieht zum Necron.

CAELWYN:
„Angenommen, es wäre möglich. Ein anderer Körper. Eine andere Zukunft.“

STACY:
„Wir müssten wissen, was diese Zukunft enthält.“

„Und wenn er sie nicht wollte?“

„Dann wäre die Frage nicht dadurch entschieden, dass jemand sie Erlösung nennt.“

Ihr Gastgeber greift an ihnen vorbei.

Er richtet die Schale noch einmal aus.

Die Geste könnte Gewohnheit sein. Oder Vorliebe. Vielleicht gibt es einen Grund, den sich keiner von ihnen vorstellen kann.

Stacy greift nicht nach ihrem Instrument.

CAELWYN:
„Wärst du in die Kammer gegangen?“

STACY:
„Mit dem Versprechen, das sie gehört haben?“

Er nickt.

Sie lässt sich Zeit.

STACY:
„Vielleicht.“

„Obwohl du von den Risiken gewusst hättest?“

„Wenn mein Körper versagt hätte und ich geglaubt hätte, ich bliebe ich selbst.“

„Und jetzt?“

Sie schaut zu den Kriegern zurück.

„Ich würde wissen wollen, welche Zukunft man mir anbietet. Die, die über den Handel sprechen kann, oder die, die uns nicht sagen kann, was von ihr übrig blieb.“

Caelwyn betrachtet seine eigene Hand.

STACY:
„Und du?“

CAELWYN:
„Ich würde gern sagen, dass ich ablehnen würde.“

„Würdest du?“

„Mir hat noch niemand eine weitere Million Jahre angeboten, während ich zusehen musste, wie einem geliebten Menschen die Tage ausgehen.“

Die Tür öffnet sich.

Hinter ihnen steht ein Wesen, das nicht mehr atmen muss, in einem Raum, den es noch immer nach seinen Vorstellungen ordnet.

Stacy blickt zu uns.

STACY:
„Wenn dieses Angebot dir gemacht würde: Was müsstest du wissen, bevor du es Rettung nennen könntest?“

Caelwyn wartet neben der offenen Tür.

CAELWYN:
„Und wäre deine Antwort dieselbe, wenn du für jemand anderen entscheiden müsstest?“


Aus einem Schutzversprechen kann eine Entscheidung über die Zukunft eines anderen werden. Übernimm diese Verantwortung in der lebenden Hive-Stadt von NO APPEAL · Wrath & Glory, wo deine Ermittlungen und Urteile Folgen hinterlassen.

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Chibi says: Stay in the Loop!!

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